Verzweiflung der Einsamkeit

Viele Menschen kämpfen um die Selbstständigkeit, um den eigenen Erfolg, um die eigene Stärke, um die Stärkung des Selbstbewusstseins und darum unabhängig zu sein. Wir kennen viele Geschichten dieser Art. Doch was wird eigentlich aus denen, die es geschafft haben?

Man stellt sich immer so schön vor, wie man stark und unabhängig im Leben steht und von nichts und niemandem mehr Abhängig ist. Doch auch jeder Erfolg hat seine Schattenseiten.

In einem Film würde man dies hier eine Geschichte nach wahren Begebenheiten nennen, denn so ist es auch. Es ist ein Teil meiner eigenen Geschichte und ihr werdet bald verstehen, warum ich sie Euch nun hier erzähle.

Denn wie jeder andere Menschen habe auch ich zu kämpfen gehabt, kämpfe immer noch. Verlassen, belogen, verraten und betrogen – doch wir wollen nicht darüber sprechen was alles passiert ist. Ich möchte Euch stattdessen die Geschichte nach all dem berichten.

Es ist nie leicht mit offenen Wunden aus einem Meer aus Scherben aufzustehen, mit Blut aus Schmerz und Verzweiflung aus dem Nichts etwas aufzubauen. Doch ich denke nur die, die sich einmal selbst verloren haben, wissen, wer sie wirklich sind. Denn erst wenn Du Dich selbst verlierst, dann weißt Du, wer Du einmal warst, was Du einmal warst.

Und klar, Du weißt plötzlich, dass Du genau das nun nie wieder sein willst; man hat Dir genommen was Du bist, also wirst Du zu etwas, was Dir niemand mehr nehmen kann.

Doch tief im Inneren, ob man will oder nicht, da bleibt man immer die ein und selbe Person. Man verpasst ihr vielleicht mal ein Update, doch niemand von uns kann verändert wer man ist. Und es braucht wohl Jahre um das zu sehen. Denn glaubt mir, wenn ich sage, ich bin so vieles gewesen, doch es kam jedes Mal dieses Gefühl der Leere, diese Sehnsucht nach etwas, was einem fehlt.

Die natürliche Reaktion der Menschen hierauf ist wohl im Außen etwas zu suchen was einem fehlt, dann man hat es ja verloren. Es war wohl mal da, doch es ist weg.

Doch ich sage Euch, diese Suche wird nie ein Ende nehmen. Man findet zwar immer was man sucht, doch es ist nicht immer das, was man ursprünglich angenommen hat. Denn oft, ist das was man findet nur die Erkenntnis, dass alles ganz anders ist, als gedacht.

Und so fand ich diesen Teil, der mir solange gefehlt hat, nach einiger Zeit in mir selbst. Denn was gefehlt hat war nicht etwas, was nicht mehr da war; es war dieser Teil in mir, der immer noch wie früher war. Und die Gewalt dieses Teils hat die Kraft all die anderen Seiten von mir, welche sich über die Jahre geformt haben, mit einem Schlag in die Ecke zu drängen. Denn dies alles war letztlich nur Kompensation, keine Realität meines Selbst.

Es war die Kompensation für etwas, was ich selbst abgestoßen hatte, aus Verzweiflung meines Schmerzes.

Also solltest Du je das Gefühl haben Dich selbst zu verlieren, denke an meine Worte, niemand kann Dir nehmen was Du bist. Du wirst es immer sein, Du kannst es unterdrücken aus Angst vor dem Schmerz und der Enttäuschungen, die Du erlebt hast. Doch es wird immer in Dir sein, und es wird sich seinen Weg in den Mittelpunkt Deines Seins zurück erkämpfen.

Also vergiss nie, niemand kann sich selbst verlieren. Du verlierst höchstens vorübergehend den Mut, Du selbst zu sein, weil es die Menschen und die Gesellschaft um Dich herum ablehnt. Doch Du bleibst für immer Du. Also bleib stark und lass nicht zu, dass Deine Angst vor Verletzung und Zurückweisung Dein inneres Selbst unterdrückt.

Denn Du brauchst Dich selbst mehr als irgendwas anderes im Außen.

Neophobie

Kennst Du dieses Gefühl von Freude und Panik, eine Mischung aus positiver und negativer Aufregung, eine Angst, die Dich nicht wirklich fürchtet, sondern eher zweifeln lässt, ob Du auch wirklich die richtigen Entscheidungen getroffen hast? Es ist mehr ein Gedanke als ein Gefühl, es ist eine Art der Anspannung, und Du weißt nicht, ob es gut oder schlecht ist.

Wir fürchten uns alle, sehr oft sogar. Wir haben gelernt es gut zu verbergen, uns selbst den Rücken zu stärken, doch in uns wird es immer bleiben. Wir sind von klein auf erzogen worden immer suspekt allem gegenüber zu treten, was und wen wir nicht kennen. Ein Angstzustand, der sich im Laufe der menschlichen Evolution entwickelt hat, der uns antrainiert wurde.

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.

Sprichwort

Ja, wir alle haben Angst vor dem Ungewissen, vor der neuen Umgebung in die wir gehen, unbekannte Menschen, die wir treffen, der neue Job, den wir beginnen; alles was wir nicht kennen verunsichert uns, je größer das Unbekannte, desto mächtiger die Unsicherheit, die Zweifel, die Anspannung, die Nervosität.

Doch die Angst vor dem Unbekannten ist kein Urinstinkt, im Gegensatz zu anderen Ängsten, welche wir in uns tragen. Diese Angst wurde uns beigebracht, von klein auf. „Geh nicht mit den Fremden Leuten mit, sprich nicht mit Fremden, sei vorsichtig, wenn Du an einem Ort noch nicht warst,…“ – The List goes on.

Allerdings ist diese Form von Angst nur eine Information, ein Kick im Unterbewusstsein, der unsere Wahrnehmung verstärkt. Sie lässt uns mehr auf unsere Umgebung achten, die neuen Menschen um uns herum, die neuen Herausforderungen und Erlebnisse. Und die Zweifel, die mit einhergehen, die lassen uns lediglich am Ende eines Abschnitts die positiven Erlebnisse verstärkt wahrnehmen.

Alles, das endet, hat seinen Grund. Und während die Angst vor dem Ungewissen uns verstärkt die neuen Erlebnisse wahrnehmen lässt, so verstärkt der Zweifel am Ende des Alten die Positiven Erinnerungen an das, was war, damit wir primär die schönen Erinnerung im Gedächtnis behalten.

Darum ist es ok, dass die Angst vor dem Neuen da ist, es ist ok, dass die Zweifel an der Entscheidung für das Neue da sind. Doch lass Dich davon nie kontrollieren, nehme die Information und die Emotion an, lass die Gedanken ruhig da sein, doch lass Dich niemals davon von Deinem Weg abbringen.

Du gehst diesen neuen Weg, weil er richtig ist. Denn alles was uns widerfährt, passiert genau zur richtigen Zeit. Und wir gehen immer genau den Weg, der genau jetzt, für genau uns richtig ist.

Fassade der Einsamkeit

Depression hat viele Gesichter, man sagt manchen Menschen sieht man sie selbst im Moment des Todes nicht an. Das herzlichste Lächeln kann Wasserfälle von Tränen verbergen, die vielen Bekannten können nur Schutzmauer eines Menschen sein, dem es schwer fällt andere an sich heran zu lassen. Ein Mensch kann offen und zutraulich wirken ohne jemals wirklich etwas von sich preiszugeben.


Denn oft sind die Menschen, die so herzlich, warm und freundlich sind, genau diejenigen, die nicht mehr vertrauen können, da sie zu oft verletzt, benutzt, verlassen, missachtet und betrogen worden sind. Und doch sind sie warm, herzlich und offen, sie schätzen jedes freundliche Lächeln wert, sie freuen sich über jede Begrüßung auf der Straße, und wenn sie nur von Fremden kommt. Denn sie wissen wie es ist durch das helle Tageslicht zu gehen, und trotzdem von der Dunkelheit ihres eigenen Schmerzes umgeben zu sein.

Die, die am meisten verloren haben, wollen am wenigsten besitzen. Denn je mehr sie besitzen, desto mehr kann man Ihnen wieder weg nehmen.

Sehe niemals die Herzlichkeit eines Menschen, ein Lächeln, eine Umarmung, Zuwendung und Aufmerksamkeit eines Anderen als selbstverständlich. Es gibt Menschen, die genau das brauchen, um noch einen weiteren Tag auf dieser Welt durch zu stehen.

Und urteile nie über die Komplexe, die Ängste, die Zweifel und die Skepsis Anderer, Du weißt nie wie viele davon sie selbst in sich tragen. Es kann der Mensch sein, der am Wochenende das Leben der Party ist, es kann der Mensch sein, der Dich tröstet, wenn es Dir schlecht geht, es kann selbst der Mensch sein, der jede Nacht neben Dir liegt und dennoch nie etwas sagt, aus der Angst heraus zu viel zu sein oder plötzlich eine Belastung für Dich darzustellen.

Denn ich denke wir alle tragen doch unsere Geschichten und Gedanken in uns über die wir niemals mit jemand anderem sprechen.

Foto: ©Niels Brähler

Ausdauer

Kennst Du das? Du gibst alles was geht und bei allem was Du tust ist es als würde das Leben Dir nur noch mehr Herausforderungen an den Kopf knallen. Eine Hürde geschafft – die nächsten beiden schon direkt voraus. Es ist als fährst Du auf der Autobahn bei maximaler Geschwindigkeit und kommst dennoch nur in Schrittgeschwindigkeit vorwärts; auf einer unebenen ungeteerten Straße stets Richtung irgendwann.

Herausforderungen sind ja dazu da, daraus zu lernen und stets weiter zu kommen. Doch manche davon fühlen sich nicht wirklich an, als würden sie uns weiter führen. Wir geben alles und bekommen als Dank nichts außer Verständnislosigkeit unseres Umfelds und zusätzliche Arbeit an uns selbst.

Irgendwann wird alles besser.

Na klar, nur wer weiß ob wir dann noch leben? Also statt Verzweiflung und Unzufriedemheit und falschen Hoffnungsleitsätzen sollten wir vielleicht doch einfach mal etwas tun, was uns wirklich gut tut. Denn wenn Du mit Herausforderungen konfrontiert wirst, gestresst und unzufrieden bist, dann ist es doch gleich was Du tust; Du alleine zählst.

Das Kämpferherz schlägt weiter, Aufgeben keine Option. Und klar, wir kämpfen nicht ums Überleben, wir kämpfen darum überhaupt zu leben. In einer Gesellschaft die uns permanent versucht in Schubladen zu quetschen, zu heilen obwohl wir nicht krank sind, uns eine Meinung aufzuzwingen, die gar nicht unsere ist, warum tun wir nicht einfach mal das was wir wirklich wollen?

Denn die eigentliche Herausforderung ist immer wieder aufs Neue die gleiche, bei egal welchen Aufgaben wir haben immer uns selbst treu zu bleiben. Und genau diese Aufgabe wird uns unser ganzes Leben lang begleiten.

Denn die Frage die bleibt ist doch nur, wie viel Ausdauer hast Du, trotz all der Herausforderungen, Lernprozesse, Aufgaben und Kämpfe in Deinem eigenen Leben Du selbst zu bleiben?

In voller Hingabe …

Das Leben geht mit einer Menge Emotionen einher, positive wie negative; und wie gerne verlieren wir uns doch in unseren Gefühlen. Wir leben indem wir fühlen, selbst die doch so kalt wirkenden Menschen, die unnahbaren, die scheinbar eiskalten Persönlichkeiten von denen wir denke ich alle nur so einige kennen, auch die fühlen Dinge in sich drin, die sie nie zeigen. Denn so sehr uns Emotionen auch das Gefühl des Lebens vermitteln, so sehr können sie uns auch in ihren Bann ziehen.

Wie weit sind wir bereit zu gehen nur für Gefühle?

Sehr weit, denn sind wir ehrlich, wir haben alle schon verrückte Dinge getan, nur aus Gefühlen heraus. Wir haben die guten wie die schlechten in vollen Zügen ausgelebt, bis an den Punkt, an dem es uns nicht mehr gut getan hat und auch darüber hinaus. Mein Motto bei Gefühlen ist auch immer schon gewesen, entweder richtig hassen oder richtig lieben, aber immer aus ganzem Herzen und in voller Hingabe. Doch ist das wirklich immer gut?

Gefühle können trügen, Gefühle können verführen.

Ja, denn wir geben uns gerne der Leidenschaft der Emotion hin, wir verlieren uns gerne in dem was wir wahrnehmen. Wir weinen, wir lachen, wir lieben, wir hassen, wir leiden und wir freuen uns, jeden Tag auf’s Neue. Denn so leben wir.

Doch wie weit ist das gut? Ich glaube eine der größten Lektionen, die wir alle in diesem Leben haben, ist zu lernen, welche Dosis an Gefühl die richtige ist. Wie viel dürfen wir uns zu Herzen nehmen und wie viel sollten wir ausblenden, wie viel sollten wir quasi „kalt“ betrachten?

Es ist immer wichtig zu Unterscheiden, was hat wirklich mit mir zu tun?

Wir durchleben so viele Situationen in denen wir immer geprüft werden, lasse ich es jetzt an mich heran oder blende ich es aus. Und die Antwort ist nicht immer eindeutig, doch die Frage, die hilft dies zu beantworten ist immer „Hat das hier etwas mit mir zu tun?“. Was haben wir getan, wie sind wir in diese Lage gekommen, was hat unser Umfeld dazu gebracht mit uns in genau diese Situation zu gehen?

Diese kalt-wirkenden Menschen da draußen, das sind Leute wie wir auch. Menschen, die nur zu oft in den falschen Situation sich zu viel zu Herzen genommen haben und zu viel aufgefasst haben, was sie besser gar nicht erst an sich heran gelassen hätten. Und die sich letztlich dazu entschieden haben nichts mehr an sich heran zu lassen, da es aus ihrer Erfahrung ihnen nicht gut tut.

Doch das ist genauso falsch, wie es auch für sie richtig zu sein scheint. Wenn wir mit anderen interagieren sollten wir uns immer fragen, was hat der andere mit dieser Situation zu tun und wie sollten wir ihm oder ihr gegenüber treten. Denn auch wir reagieren auch mal in Momenten zu kalt, genauso wie wir auch in anderen Momenten zu emotional reagieren. Es ist schwer die Grenze zu ziehen, wie viel Leidenschaft tut denn wirklich gut.

Und auch ich stelle mir nicht in jeder Situation diese Fragen, auch ich reagiere mal unangebracht, entweder zu positiv, zu negativ oder zu neutral.

Doch so sind wir Menschen, wir geben uns gerne unseren Emotionen hin, ob gut, ob schlecht; doch wir sollten uns immer fragen, was ist wirklich wertvoll? Denn nur das ist es wert, sich dem voll und ganz hinzugeben.

Die Dinge die wir tun…

Ich glaube ganz fest daran, dass Menschen von Ihrer Grundnatur aus „gut“ sind. Niemand in dieser Welt ist wirklich „böse“ oder schlecht. Ich bin der absoluten Überzeugung, dass jeder von uns in seiner eigenen Realität immer genau das tut was für ihn oder sie richtig ist.

Menschen sind nicht böse, Menschen werden böse gemacht.

Doch wie kommt es dazu, wie kann es sein, dass alle von grundauf guten Menschen immer wieder in negative Handlungen abrutschen? Sind wir doch mal ehrlich, wir alle haben schon Dinge getan, die wir manchmal nur zu gerne zurück nehmen würden. Dinge, über die wir nicht mal sprechen wollen.

Doch Fehler zu machen gehört zum Lernprozess dazu, es macht uns zu dem was wir sind. Deshalb sind Fehler immer richtig, denn sie geben uns die Erkenntnis, die wir durch reine Theorie nie erreichen könnten.

Die Menschen, die wir verletzen, die Menschen die uns verletzen, dies alles ist für etwas gut, denn so lernen wir mit dem Schmerz umzugehen.

Die Personen, die uns betrügen lehren uns die Ehrlichkeit wert zu schätzen. Und wir betrügen andere um zu lernen, warum andere das gleiche mit uns zu tun. Jedes Mal, wenn wir anderen etwas antun lehrt uns das die zu verstehen, die zu uns nicht gut waren.

Wir können verzeihen, jedem, aus Verständnis.

Denn keiner ist besser oder schlechter als der andere. Und wenn wir anderen mal nicht sofort vergeben können werden wir mit der Zeit Situationen anziehen, in denen wir ebenso gleich handeln könnten. Um zu verstehen, warum uns selbst diese Dinge angetan wurden.

Und bei jedem von uns wird sich dieser Prozess wiederholen bis wir lernen anders und besser mit der Situation umzugehen. Wir werden so oft in Situationen gedrängt, in Versuchung gebracht schlechte Dinge zu tun, bis wir eine andere Lösung dafür finden.

Wir sind alle nur am lernen – unser Leben lang.

Wir lernen immer beide Seiten kennen und es ist an uns anders zu handeln als die, die uns gekränkt und verletzt haben. Und es ist an uns denen zu verzeihen, die es getan haben, da in ihrer Situation sie nur eine falsche, doch für sie richtige Entscheidung getroffen haben.

Denn die Dinge, die wir tun, sind die Dinge, die uns zu dem machen was wir sind. Und die Taten, die wir verzeihen, sind die Grundmauern zu unserem eigenen inneren Frieden.

Herzenshauptmission

Wie oft haben wir uns schon alle in unseren Gefühlen verloren, aufgehört darüber nach zu denken, nur gelebt und gefühlt ohne nach vorne oder nach hinten zu sehen. Sind wir doch mal ehrlich, wir Menschen sind doch nur aus einem einzigen Grund zu solchen kalten Kopfwesen geworden – wir haben zu sehr zu viel zu intensiv gefühlt, und nie gelernt den daraus resultierenden Schmerz zu verarbeiten.

Wir nehmen aus unserer entstandenen Erfahrung die Schlussfolgerung, dass durch unser zu extremes fühlen, die ungebändigten Emotionen nicht gut sind, da wir immer wieder verletzt werden. Und fälschlicherweise nehmen wir an, wir müssten lernen keine Emotion mehr zu zulassen, da wir ja immer verletzt worden sind. … merkt ihr selber, dass das Schwachsinn ist, oder?

Die lebensübergreifende Aufgabe, die wir Menschen haben ist Emotion ohne Schmerz leben zu können. Hört sich doch erstmal toll an… Nur warum können wir das nicht? Warum werden wir immer erneut verletzt und verletzen andere? Wir wollen die tollen Emotionen doch können die negativen nicht verkraften. Wir flüchten vor unserem eigenen Verlangen und haben zu gut gelernt abzublocken, uns hinter Mauern und Fassaden zu verstecken und gelernt und so sicher zu fühlen; einsam und verlassen, aber sicher.

Und wenn wir alle ehrlich sind, dann sind wir alle gleich. Wir stoßen die, die es gut mit uns meinen, ab und wollen doch eigentlich nur das, was sie uns geben.

Doch es ist so simpel, dass wir es oft vergessen. Dieses Jagdprinzip ist seit ewigen Zeiten in uns. Wir streben immer nach dem nächstbesten, dem besseren Job, dem tolleren Partner, den schöneren Klamotten, die schnelleren Autos; immer höher, schneller weiter.

Es ist unsere Grundnatur zu „jagen“. Doch wir blenden in unserem Jagdinstinkt vollkommen jegliche andere Eigenschaft unserer Natur aus, sind zu fokussiert, zu verkopft. Und letztlich wenn wir die nächste höhere Stufe erreicht haben trauern wir dem hinterher was wir vorher hatten. Und während wir dem vergangenen hinter her trauern sehen wir nicht mehr die positiven Dinge, die wir neu erreicht haben.

Darum sollten wir uns alle immer im Moment der Melancholie bewusst machen, was wir erreicht haben. Es ist wichtig, die vergangenen Erlebnisse sich zu Herzen zu nehmen und Wert zu schätzen, doch nur, weil sie uns dort hin gebracht haben, wo wir heute sind. Sie zurück zu wollen bringt uns nichts, denn dann gehen wir eine Stufe zurück und wollen dann von Neuem wieder aufsteigen.

Denn es gibt keinen Weg als nach vorne.

Ausgebrannt und Erfroren

Wir leben in einer Welt im Umbruch, trist und kalt, alltäglich und unerreichbar. Eine Welt voller Egos, die sich in der Kälte der Gesellschaft gegenseitig aufheizen. Tausend Worte die in hundert Sätzen fast schon rausgeschrien werden und jedes einzelne bezieht jeder nur auf sich.

Manchmal reden wir miteinander im Dialog, der eine erzählt etwas über sich selbst während der andere es nur auf sich bezieht. Wir denken alle nur auf unsere Art und haben kein Verständnis für alles was andere Denken, fühlen, meinen und verstehen. Es ist jeder für sich und wir alle zusammen.

Ich bin verantwortlich für das was ich sage, nicht für das was Du verstehst.


Jeder redet von sich selbst und jeder nimmt sich alles zu Herzen, zu Herzen die durch die Kälte unserer Gesellschaft versteinert sind. Wir tun uns weh um uns am Leben zu fühlen. Wir benutzen und wir werden benutzt. Denn mit Herzen aus Stein kann man keine Gefühle zeigen, sonder nur mit Steinen werden.

Doch wieso wird diese Welt immer kälter?


Menschen sind in ihrer Entwicklung immer selbstständiger geworden. Diese Welt ist voller Einzelkämpfer, denn jeder will ein besseres und exklusiveres Leben führen. Auf dem Weg dahin lernt jeder immer mehr Opfer zu bringen, Wege gehen in verschiedene Richtungen, jeder auf seiner eigenen Strecke. Und die Gesellschaft zwingt uns eine bestimmte Richtung zum Erfolg zu gehen, jeder für sich, jeder alleine.
So viele Kämpfe die jeder für sich alleine in sich selbst austrägt.

Doch Menschen sind Rudeltiere.


In unserer Grundstruktur sind wir nicht dazu gemacht Einzelgänger zu sein. Deshalb sehnt sich jeder danach jemanden an seiner Seite zu haben. Doch geblendet durch den Zwang zur Perfektion streben wir kontinuierlich nach dem nächst höheren Level, wir wollen besser werden und haben dabei verlernt uns so zu akzeptieren wie wir sind. Jeder stellt irgendwelche Formen der Erwartung an alle anderen. Stetig danach strebend besser zu werden.

Wir meinen immer perfekt für andere sein zu müssen, und glauben in unseren Fehlern nicht gut genug für die zu sein, die vor uns stehen. Erkennen nicht mehr wer wir eigentlich sind, wollen alleine kämpfen und dennoch nicht alleine sein. Haben vergessen einfach zu lieben, einfach uns fallen zu lassen, denn unser Kopf sagt uns nur „höher, weiter, schneller“.

Wir brennen aus unter dem Druck, den wir uns selbst erzeugen.


Das Streben nach Perfektion treibt uns an und zerstört uns zugleich. Wir haben verlernt einfach zu sein und zu fühlen, denn alles was wir können ist denken.

„Du bist wo Du sein sollst, hol einfach tief Luft.“
-Lana Parilla

Konzentriere Dich auf den Moment, wenn Du spürst Du verlierst Dich in Deinen Gedanken nimm tief Luft, mach Dir bewusst was Du geschafft hast und sieh Dich um. Du bist nicht alleine, keiner von uns ist je alleine. Wir müssen nur wieder lernen zu erkennen wer wirklich da ist, wer uns nimmt und akzeptiert wie wir sind, wer zu uns und hinter uns steht, wenn wir nicht mehr wissen wo wir selbst stehen.

Wir brennen in dieser kalten Welt in uns selbst aus.


Schließe Deine Augen, fühl in Dich hinein. Was fühlt sich gut an, was fühlt sich richtig an?
Hol diese Feuer in Dir drinnen heraus und mach diese Welt wieder etwas wärmer.

Denn niemand von uns ist je wirklich alleine. Das denken wir nur, weil wir vergessen haben zu fühlen und unseren tiefen Instinkten zu folgen.

Illusionierung

Nicht jeder Ort, nicht jeder Mensch ist immer das was Du auf den ersten und meist auch auf den zweiten Blick zu sehen und erfahren glaubst. Hinter dunklen Mauern kann ein helles Licht verborgen liegen, und in einem sonnigen Tal liegt oft eine düstere Geschichte.

Es ist nicht alles Gold was glänzt.

Und es ist nicht immer Wahrheit was Realität ist.

Die Menschheit wurde über die Jahrhunderte zu Meistern der Täuschung; Selbsttäuschung, Veränderung der bestehenden Tatsachen zu einer falschen Realität, die nur als Einbildung existiert. Doch genau das sehen die Menschen, sie sehen das was Du ihnen zeigst.

Doch zu sehen was ist, ist leichter als Du denkst. Regeln sind gut, doch Regeln können auch Konstrukte sein, die nur die Fassade halten, hinter der sich etwas verbirgt, was Dir niemand zeigen möchte. Lerne zu erkennen, wann es gut ist auch einmal gegen die Regeln zu gehen, Deinem eigenen Ruf zu folgen. Denn die Gesellschaft rät Dir immer nur nach den Regeln zu gehen und unsere gegebene Intuition zu hintergehen, nicht zu hören, nicht zu fühlen, nur zu funktionieren.

Folge dem was in Dir ist. Die besten Spieler spielen nicht immer nach den Regeln, sie brechen zwar keine Gesetze, doch sie verstehen die Grauzone zwischen Schein und Sein, zwischen Existenz und Eindruck.

Diese Welt besteht nicht nur aus Schwarz und Weiß, drum lerne in den Grauzonen zu leben und diese zu entdecken und auszuweiten. Denn nur wer lernt die Grauzone richtig einzuschätzen und zu nutzen, nur der ist fähig wahre Farben zu sehen.

Falsche Entscheidungen und richtige Fehlentscheidungen

Ich sage ja immer es gibt kein wirkliches Falsch. Und das stimmt, jede Entscheidung, die wir treffen, ist genau so richtig wie wir sie getroffen haben.

Es geht nicht immer darum, dass wir erleben was wir uns wünschen, was sich gut anfühlt, was wir brauchen, nach was wir uns sehnen. Und es ist auch richtig, dass wir uns fühlen, als hätten wir eine falsche Entscheidung getroffen, wenn wir nicht das Resultat erhalten, welches wir wollten. Manchmal erhalten wir ja auch das genau gegenteilige Ergebnis. Und das ist gut.

Denn es geht oft weniger um das, was wir erlebt haben, was wir möchten; manchmal geht es auch schlicht und einfach um das, was wir nicht erhalten haben und was es mit uns macht. Eine Erkenntnis getreu meinem „Was-Wäre-Wenn“-Motto.

Denn hätten wir anders entscheiden, so hätten wir wohl nie diese Erkenntnis, auch mag sie eine Enttäuschung sein, nie erhalten.

In diesem Fall haben wir eine richtige Fehlentscheidung getroffen.

Jede Entscheidung, die wir trafen, und die sich im Nachgang „falsch“ anfühlt, ist eine richtige Fehlentscheidung; doch sie ist niemals falsch. Denn wir wissen, dass wir diese Entscheidung nicht erneut treffen werden. Doch ohne diese eine Entscheidung dafür hätten wir das nie sicher erfahren.

Also bereue nichts was Du tust, denn Du tust das Richtige.

Auch wenn es manchmal auch nur die Gewissheit darüber ist, dass Du es nicht erneut tun wirst.