In voller Hingabe …

Das Leben geht mit einer Menge Emotionen einher, positive wie negative; und wie gerne verlieren wir uns doch in unseren Gefühlen. Wir leben indem wir fühlen, selbst die doch so kalt wirkenden Menschen, die unnahbaren, die scheinbar eiskalten Persönlichkeiten von denen wir denke ich alle nur so einige kennen, auch die fühlen Dinge in sich drin, die sie nie zeigen. Denn so sehr uns Emotionen auch das Gefühl des Lebens vermitteln, so sehr können sie uns auch in ihren Bann ziehen.

Wie weit sind wir bereit zu gehen nur für Gefühle?

Sehr weit, denn sind wir ehrlich, wir haben alle schon verrückte Dinge getan, nur aus Gefühlen heraus. Wir haben die guten wie die schlechten in vollen Zügen ausgelebt, bis an den Punkt, an dem es uns nicht mehr gut getan hat und auch darüber hinaus. Mein Motto bei Gefühlen ist auch immer schon gewesen, entweder richtig hassen oder richtig lieben, aber immer aus ganzem Herzen und in voller Hingabe. Doch ist das wirklich immer gut?

Gefühle können trügen, Gefühle können verführen.

Ja, denn wir geben uns gerne der Leidenschaft der Emotion hin, wir verlieren uns gerne in dem was wir wahrnehmen. Wir weinen, wir lachen, wir lieben, wir hassen, wir leiden und wir freuen uns, jeden Tag auf’s Neue. Denn so leben wir.

Doch wie weit ist das gut? Ich glaube eine der größten Lektionen, die wir alle in diesem Leben haben, ist zu lernen, welche Dosis an Gefühl die richtige ist. Wie viel dürfen wir uns zu Herzen nehmen und wie viel sollten wir ausblenden, wie viel sollten wir quasi „kalt“ betrachten?

Es ist immer wichtig zu Unterscheiden, was hat wirklich mit mir zu tun?

Wir durchleben so viele Situationen in denen wir immer geprüft werden, lasse ich es jetzt an mich heran oder blende ich es aus. Und die Antwort ist nicht immer eindeutig, doch die Frage, die hilft dies zu beantworten ist immer „Hat das hier etwas mit mir zu tun?“. Was haben wir getan, wie sind wir in diese Lage gekommen, was hat unser Umfeld dazu gebracht mit uns in genau diese Situation zu gehen?

Diese kalt-wirkenden Menschen da draußen, das sind Leute wie wir auch. Menschen, die nur zu oft in den falschen Situation sich zu viel zu Herzen genommen haben und zu viel aufgefasst haben, was sie besser gar nicht erst an sich heran gelassen hätten. Und die sich letztlich dazu entschieden haben nichts mehr an sich heran zu lassen, da es aus ihrer Erfahrung ihnen nicht gut tut.

Doch das ist genauso falsch, wie es auch für sie richtig zu sein scheint. Wenn wir mit anderen interagieren sollten wir uns immer fragen, was hat der andere mit dieser Situation zu tun und wie sollten wir ihm oder ihr gegenüber treten. Denn auch wir reagieren auch mal in Momenten zu kalt, genauso wie wir auch in anderen Momenten zu emotional reagieren. Es ist schwer die Grenze zu ziehen, wie viel Leidenschaft tut denn wirklich gut.

Und auch ich stelle mir nicht in jeder Situation diese Fragen, auch ich reagiere mal unangebracht, entweder zu positiv, zu negativ oder zu neutral.

Doch so sind wir Menschen, wir geben uns gerne unseren Emotionen hin, ob gut, ob schlecht; doch wir sollten uns immer fragen, was ist wirklich wertvoll? Denn nur das ist es wert, sich dem voll und ganz hinzugeben.

Die Dinge die wir tun…

Ich glaube ganz fest daran, dass Menschen von Ihrer Grundnatur aus „gut“ sind. Niemand in dieser Welt ist wirklich „böse“ oder schlecht. Ich bin der absoluten Überzeugung, dass jeder von uns in seiner eigenen Realität immer genau das tut was für ihn oder sie richtig ist.

Menschen sind nicht böse, Menschen werden böse gemacht.

Doch wie kommt es dazu, wie kann es sein, dass alle von grundauf guten Menschen immer wieder in negative Handlungen abrutschen? Sind wir doch mal ehrlich, wir alle haben schon Dinge getan, die wir manchmal nur zu gerne zurück nehmen würden. Dinge, über die wir nicht mal sprechen wollen.

Doch Fehler zu machen gehört zum Lernprozess dazu, es macht uns zu dem was wir sind. Deshalb sind Fehler immer richtig, denn sie geben uns die Erkenntnis, die wir durch reine Theorie nie erreichen könnten.

Die Menschen, die wir verletzen, die Menschen die uns verletzen, dies alles ist für etwas gut, denn so lernen wir mit dem Schmerz umzugehen.

Die Personen, die uns betrügen lehren uns die Ehrlichkeit wert zu schätzen. Und wir betrügen andere um zu lernen, warum andere das gleiche mit uns zu tun. Jedes Mal, wenn wir anderen etwas antun lehrt uns das die zu verstehen, die zu uns nicht gut waren.

Wir können verzeihen, jedem, aus Verständnis.

Denn keiner ist besser oder schlechter als der andere. Und wenn wir anderen mal nicht sofort vergeben können werden wir mit der Zeit Situationen anziehen, in denen wir ebenso gleich handeln könnten. Um zu verstehen, warum uns selbst diese Dinge angetan wurden.

Und bei jedem von uns wird sich dieser Prozess wiederholen bis wir lernen anders und besser mit der Situation umzugehen. Wir werden so oft in Situationen gedrängt, in Versuchung gebracht schlechte Dinge zu tun, bis wir eine andere Lösung dafür finden.

Wir sind alle nur am lernen – unser Leben lang.

Wir lernen immer beide Seiten kennen und es ist an uns anders zu handeln als die, die uns gekränkt und verletzt haben. Und es ist an uns denen zu verzeihen, die es getan haben, da in ihrer Situation sie nur eine falsche, doch für sie richtige Entscheidung getroffen haben.

Denn die Dinge, die wir tun, sind die Dinge, die uns zu dem machen was wir sind. Und die Taten, die wir verzeihen, sind die Grundmauern zu unserem eigenen inneren Frieden.

Herzenshauptmission

Wie oft haben wir uns schon alle in unseren Gefühlen verloren, aufgehört darüber nach zu denken, nur gelebt und gefühlt ohne nach vorne oder nach hinten zu sehen. Sind wir doch mal ehrlich, wir Menschen sind doch nur aus einem einzigen Grund zu solchen kalten Kopfwesen geworden – wir haben zu sehr zu viel zu intensiv gefühlt, und nie gelernt den daraus resultierenden Schmerz zu verarbeiten.

Wir nehmen aus unserer entstandenen Erfahrung die Schlussfolgerung, dass durch unser zu extremes fühlen, die ungebändigten Emotionen nicht gut sind, da wir immer wieder verletzt werden. Und fälschlicherweise nehmen wir an, wir müssten lernen keine Emotion mehr zu zulassen, da wir ja immer verletzt worden sind. … merkt ihr selber, dass das Schwachsinn ist, oder?

Die lebensübergreifende Aufgabe, die wir Menschen haben ist Emotion ohne Schmerz leben zu können. Hört sich doch erstmal toll an… Nur warum können wir das nicht? Warum werden wir immer erneut verletzt und verletzen andere? Wir wollen die tollen Emotionen doch können die negativen nicht verkraften. Wir flüchten vor unserem eigenen Verlangen und haben zu gut gelernt abzublocken, uns hinter Mauern und Fassaden zu verstecken und gelernt und so sicher zu fühlen; einsam und verlassen, aber sicher.

Und wenn wir alle ehrlich sind, dann sind wir alle gleich. Wir stoßen die, die es gut mit uns meinen, ab und wollen doch eigentlich nur das, was sie uns geben.

Doch es ist so simpel, dass wir es oft vergessen. Dieses Jagdprinzip ist seit ewigen Zeiten in uns. Wir streben immer nach dem nächstbesten, dem besseren Job, dem tolleren Partner, den schöneren Klamotten, die schnelleren Autos; immer höher, schneller weiter.

Es ist unsere Grundnatur zu „jagen“. Doch wir blenden in unserem Jagdinstinkt vollkommen jegliche andere Eigenschaft unserer Natur aus, sind zu fokussiert, zu verkopft. Und letztlich wenn wir die nächste höhere Stufe erreicht haben trauern wir dem hinterher was wir vorher hatten. Und während wir dem vergangenen hinter her trauern sehen wir nicht mehr die positiven Dinge, die wir neu erreicht haben.

Darum sollten wir uns alle immer im Moment der Melancholie bewusst machen, was wir erreicht haben. Es ist wichtig, die vergangenen Erlebnisse sich zu Herzen zu nehmen und Wert zu schätzen, doch nur, weil sie uns dort hin gebracht haben, wo wir heute sind. Sie zurück zu wollen bringt uns nichts, denn dann gehen wir eine Stufe zurück und wollen dann von Neuem wieder aufsteigen.

Denn es gibt keinen Weg als nach vorne.

Ausgebrannt und Erfroren

Wir leben in einer Welt im Umbruch, trist und kalt, alltäglich und unerreichbar. Eine Welt voller Egos, die sich in der Kälte der Gesellschaft gegenseitig aufheizen. Tausend Worte die in hundert Sätzen fast schon rausgeschrien werden und jedes einzelne bezieht jeder nur auf sich.

Manchmal reden wir miteinander im Dialog, der eine erzählt etwas über sich selbst während der andere es nur auf sich bezieht. Wir denken alle nur auf unsere Art und haben kein Verständnis für alles was andere Denken, fühlen, meinen und verstehen. Es ist jeder für sich und wir alle zusammen.

Ich bin verantwortlich für das was ich sage, nicht für das was Du verstehst.


Jeder redet von sich selbst und jeder nimmt sich alles zu Herzen, zu Herzen die durch die Kälte unserer Gesellschaft versteinert sind. Wir tun uns weh um uns am Leben zu fühlen. Wir benutzen und wir werden benutzt. Denn mit Herzen aus Stein kann man keine Gefühle zeigen, sonder nur mit Steinen werden.

Doch wieso wird diese Welt immer kälter?


Menschen sind in ihrer Entwicklung immer selbstständiger geworden. Diese Welt ist voller Einzelkämpfer, denn jeder will ein besseres und exklusiveres Leben führen. Auf dem Weg dahin lernt jeder immer mehr Opfer zu bringen, Wege gehen in verschiedene Richtungen, jeder auf seiner eigenen Strecke. Und die Gesellschaft zwingt uns eine bestimmte Richtung zum Erfolg zu gehen, jeder für sich, jeder alleine.
So viele Kämpfe die jeder für sich alleine in sich selbst austrägt.

Doch Menschen sind Rudeltiere.


In unserer Grundstruktur sind wir nicht dazu gemacht Einzelgänger zu sein. Deshalb sehnt sich jeder danach jemanden an seiner Seite zu haben. Doch geblendet durch den Zwang zur Perfektion streben wir kontinuierlich nach dem nächst höheren Level, wir wollen besser werden und haben dabei verlernt uns so zu akzeptieren wie wir sind. Jeder stellt irgendwelche Formen der Erwartung an alle anderen. Stetig danach strebend besser zu werden.

Wir meinen immer perfekt für andere sein zu müssen, und glauben in unseren Fehlern nicht gut genug für die zu sein, die vor uns stehen. Erkennen nicht mehr wer wir eigentlich sind, wollen alleine kämpfen und dennoch nicht alleine sein. Haben vergessen einfach zu lieben, einfach uns fallen zu lassen, denn unser Kopf sagt uns nur „höher, weiter, schneller“.

Wir brennen aus unter dem Druck, den wir uns selbst erzeugen.


Das Streben nach Perfektion treibt uns an und zerstört uns zugleich. Wir haben verlernt einfach zu sein und zu fühlen, denn alles was wir können ist denken.

„Du bist wo Du sein sollst, hol einfach tief Luft.“
-Lana Parilla

Konzentriere Dich auf den Moment, wenn Du spürst Du verlierst Dich in Deinen Gedanken nimm tief Luft, mach Dir bewusst was Du geschafft hast und sieh Dich um. Du bist nicht alleine, keiner von uns ist je alleine. Wir müssen nur wieder lernen zu erkennen wer wirklich da ist, wer uns nimmt und akzeptiert wie wir sind, wer zu uns und hinter uns steht, wenn wir nicht mehr wissen wo wir selbst stehen.

Wir brennen in dieser kalten Welt in uns selbst aus.


Schließe Deine Augen, fühl in Dich hinein. Was fühlt sich gut an, was fühlt sich richtig an?
Hol diese Feuer in Dir drinnen heraus und mach diese Welt wieder etwas wärmer.

Denn niemand von uns ist je wirklich alleine. Das denken wir nur, weil wir vergessen haben zu fühlen und unseren tiefen Instinkten zu folgen.

Illusionierung

Nicht jeder Ort, nicht jeder Mensch ist immer das was Du auf den ersten und meist auch auf den zweiten Blick zu sehen und erfahren glaubst. Hinter dunklen Mauern kann ein helles Licht verborgen liegen, und in einem sonnigen Tal liegt oft eine düstere Geschichte.

Es ist nicht alles Gold was glänzt.

Und es ist nicht immer Wahrheit was Realität ist.

Die Menschheit wurde über die Jahrhunderte zu Meistern der Täuschung; Selbsttäuschung, Veränderung der bestehenden Tatsachen zu einer falschen Realität, die nur als Einbildung existiert. Doch genau das sehen die Menschen, sie sehen das was Du ihnen zeigst.

Doch zu sehen was ist, ist leichter als Du denkst. Regeln sind gut, doch Regeln können auch Konstrukte sein, die nur die Fassade halten, hinter der sich etwas verbirgt, was Dir niemand zeigen möchte. Lerne zu erkennen, wann es gut ist auch einmal gegen die Regeln zu gehen, Deinem eigenen Ruf zu folgen. Denn die Gesellschaft rät Dir immer nur nach den Regeln zu gehen und unsere gegebene Intuition zu hintergehen, nicht zu hören, nicht zu fühlen, nur zu funktionieren.

Folge dem was in Dir ist. Die besten Spieler spielen nicht immer nach den Regeln, sie brechen zwar keine Gesetze, doch sie verstehen die Grauzone zwischen Schein und Sein, zwischen Existenz und Eindruck.

Diese Welt besteht nicht nur aus Schwarz und Weiß, drum lerne in den Grauzonen zu leben und diese zu entdecken und auszuweiten. Denn nur wer lernt die Grauzone richtig einzuschätzen und zu nutzen, nur der ist fähig wahre Farben zu sehen.

Falsche Entscheidungen und richtige Fehlentscheidungen

Ich sage ja immer es gibt kein wirkliches Falsch. Und das stimmt, jede Entscheidung, die wir treffen, ist genau so richtig wie wir sie getroffen haben.

Es geht nicht immer darum, dass wir erleben was wir uns wünschen, was sich gut anfühlt, was wir brauchen, nach was wir uns sehnen. Und es ist auch richtig, dass wir uns fühlen, als hätten wir eine falsche Entscheidung getroffen, wenn wir nicht das Resultat erhalten, welches wir wollten. Manchmal erhalten wir ja auch das genau gegenteilige Ergebnis. Und das ist gut.

Denn es geht oft weniger um das, was wir erlebt haben, was wir möchten; manchmal geht es auch schlicht und einfach um das, was wir nicht erhalten haben und was es mit uns macht. Eine Erkenntnis getreu meinem „Was-Wäre-Wenn“-Motto.

Denn hätten wir anders entscheiden, so hätten wir wohl nie diese Erkenntnis, auch mag sie eine Enttäuschung sein, nie erhalten.

In diesem Fall haben wir eine richtige Fehlentscheidung getroffen.

Jede Entscheidung, die wir trafen, und die sich im Nachgang „falsch“ anfühlt, ist eine richtige Fehlentscheidung; doch sie ist niemals falsch. Denn wir wissen, dass wir diese Entscheidung nicht erneut treffen werden. Doch ohne diese eine Entscheidung dafür hätten wir das nie sicher erfahren.

Also bereue nichts was Du tust, denn Du tust das Richtige.

Auch wenn es manchmal auch nur die Gewissheit darüber ist, dass Du es nicht erneut tun wirst.

Sicherheit und Verlangen

Die härteste Distanz ist die zwischen dem was Du tun möchtest und dem was Du tun solltest… Denn wenn beides nicht das gleiche ist, oder sich gar widerspricht, dann wirst Du nur verlieren können. Klar, man kann nicht im Leben verlieren, man kann nur einen Teil des gewünschten Ziels erlangen. Doch da kommt die Frage, was willst Du tun? Was ist Dir wichtiger, was ist Dir mehr wert.

Ich habe immer schon den Weg gewählt vor dem ich am meisten Angst hatte, denn Angst ist immer etwas vor dem man nicht weg laufen sollten. Man sollte sich ihr stellen, einfach mal sich einlassen und nicht in Zurückhaltung das Leben leben. Wir sollten immer offen sein für das was kommt, das ausleben was sich gerade anbietet, alles mitnehmen, keine Zeit verschwenden.

Wir leben zu oft in Zurückhaltung, denn warum etwas riskieren? Sind wir nicht oft genug verletzt worden, hat man uns nicht genug weh getan, warum wieder Gefahr laufen Wunden aufreißen zu lassen, die so lange gebraucht haben um endlich zu heilen?

Doch nun stellen wir uns doch mal diese eine Frage:

Sind wir wirklich glücklich und zufrieden ohne alles was uns doch insgeheim fehlt?

Wir tragen alle dieses Verlangen in uns, nach etwas, das wir nicht mehr haben, weil uns der Mut fehlt es zu riskieren. Denn ja, Verletzungen kommen und gehen, doch Wunden können nur heilen, wenn wir uns der Angst stellen, wenn wir lernen alles wieder zuzulassen.

Praktisches Beispiel: Wenn Ärzte uns impfen verabreichen sie uns gewissermaßen Teile der Krankheit, damit der Körper gezielt Antikörper bilden kann und so künftig vor eine Infektion geschützt ist.

Also lernen wir daraus, dass wir den Schmerz erleben müssen, bis es uns einfach irgendwann nicht mehr weh tut. Erst dann haben wir uns selbst besiegt.

Denn in Sicherheit zu leben ist letztlich nur Überleben und Verdrängung ist kein bewusstes Ausleben. Wir können nur nach dem „alles oder nichts“ Prinzip leben.

Entweder wir leben mit all den Risiken, den Emotionen, den Ängsten und den Freuden oder wir leben überhaupt nicht. Wir existieren nur.

Bekämpfte was Dich Blockiert mit dem was Dich blockiert. Und vergiss nie; die Angst fürchtet sich am meisten davor gelebt zu werden.

Reanimation

Und auf einmal stehst Du still. Mit einem Schlag, den Du meist nicht mal merkst baut Dein ganzes System ab und Du funktioniert nur noch. Klar, Du lebst noch, Du bist noch da, doch Du bist nicht mehr Du. Du bist die absolute Perfektion all Deiner Fassaden geworden, sodass Du vollkommen vergisst wer Du wirklich bist. Du funktionierst halt, ohne jegliche Selbstkontrolle.

Ja, es gibt den lebendigen Tod.

Du existiert, abr Du lebst nicht. Wir streben immer danach Gefühle zu leben ohne von ihnen beherrscht zu werden. Doch manchmal ist dies nicht möglich. Und Du verblasst in der Ambition die Kontrolle über Dich selbst zu bewahren. Man merkt dies kaum, es ist als bist Du taub. Nicht gehörlos, sondern emotional taub. Du spürst nichts mehr, es tut nicht weh, es macht Dich nicht glücklich, es erfüllt Dich nicht, aber es ist ok. Was wir Menschen doch alles tun, nur um nicht mehr verletzlich zu sein…

Doch es kommt der Moment an dem Du merkst, dass etwas fehlt. Da ist dieses Loch in Dir, diese Lücke, in die all Deine Emotionen gehören, doch Du kannst sie nicht mehr zulassen. Du kannst plötzlich lieben ohne zu lieben, fühlen ohne zu fühlen, Leiden ohne Schmerz zu spüren… Wie geil kann das denn sein? – überhaupt nicht.

Du spürst unerwartet Verlangen nach etwas, was Du gar nicht mehr spüren möchtest, sehnst Dich nach Emotionen, die Dir doch einst so geschadet haben. Willst schlagartig alles tun, nur um wieder einmal das Gefühl zu haben am Leben zu sein. Denn Du lebst, ohne etwas davon zu haben.

Auf einmal rennt diese Zeit davon…

Tage werden Wochen, Wochen werden Monate, etwas fehlt, doch Du vermisst es nicht, und dennoch fehlt etwas. Der Widerspruch des eigenen Selbst ist unmöglich zu überwinden. Du willst, weißt nicht wie, doch bist Dir bewusst was zu tun ist. Emotionen zulassen, leicht gesagt. Du hast vergessen was es heißt zu fühlen. Du existierst, doch Du lebst nicht mehr.

Und dann lässt Du es zu, der Schmerz haut Dir ins Gesicht wie als würden Panzer über Dich drüber Rollen. Zack, gehst Du wieder auf Abstand. Was ist nur passiert? Warum tust Du das? Warum fühlst Du diesen Schmerz?

Die Verarbeitung der Vergangenheit schließt sich nicht von selbst ab.

Emotionen, wie unter Eis vergraben tauen auf, erwachen erneut, erinnern Dich an das was Du nie bewusst verarbeitet hast, abgeschlossen hast. Doch es ist einfach nicht der Weg all das zu Verdrängen. Verdrängung ist die Waffe des Egos um sich selbst in einer illusionären Selbstansicht zu verbessern. Doch es ist und bleibt Illusion.

Schmerz ist gut.

Akzeptiere all den Schmerz die Trauer, die Verzweiflung, die Fehler, die Missgeschicke, die Verleumdung, die Einschränkung, die unerträglichen Formen des Schmerzes. Es gibt Dir doch das Gefühl ein Mensch zu sein, zu leben, zu fühlen, Du zu sein.

Denn nur wer lernt seinen Schmerz und seine Verletzungen zu akzeptieren, dem, und nur dem alleine, kann Schmerz nichts mehr anhaben.

Lebe alle Deine Emotionen in der Akzeptanz. Es ist gut, dass sie da sind, es ist ok zu fühlen. Es ist der Einzige Weg Gefühle zu leben ohne von Ihnen beherrscht zu werden. Denn in der Verdrängung umgehst Du jegliche Emotion als würde sie gar nicht existieren. Erst in der akzeptierenden Auslebung beherrst Du sie. Und nicht sie Dich.

Déjà-vu

Liebes Leben, wir müssen uns mal unterhalten…

Ich weiß wir haben es nicht immer einfach miteinander, sind selten der gleichen Ansicht. Und wir haben echt schon einiges zusammen durch gemacht. Wir kennen uns ja jetzt auch schon einige Jahre… Und auch wenn ich gelernt habe Dich zu mögen, egal was Du auch wieder für einen Unsinn anstellst hätte ich jetzt doch mal eine Frage… Willst Du mich eigentlich verarschen?

Diese Scheiße kennen wir doch irgendwo her.

Ja, natürlich tun wir das. Haben wir nicht schonmal an diesem Punkt gestanden? Ja, das haben wir. Klar, es ist nicht mehr so wie damals, ich hab mich ja auch verändert seit dem, hab mich weiterentwickelt. Aber dennoch ist die Situation so gleich. Sie ist nur anders, weil ich anders reagiere, anders damit umgehe.

Aber mal ehrlich, wenn ich nicht immer die gleichen Fehler machen soll… Liebes Leben, warum tust Du es dann?

Ich sitze hier und frage mich schon wieder, was ich daraus lernen soll. Soll ich die gleiche Situation nochmal durchleben und es diesmal nur besser machen… Oder ist es ein Test, nur um zu prüfen, ob ich mich wieder auf die gleichen „Fehler“ meiner Vergangenheit einlassen soll?

So gesehen waren es ja auch keine „Fehler“. Es gibt schließlich nichts falsches im Leben. Wir sind immer genau da wo wir sein sollen. Also liebes Leben, warum sind wir denn jetzt wieder hier?

Hol den Vodka, wir müssen über Gefühle reden.

Ich hatte mich doch so gut im Griff, war komplett in meiner Mitte, war ruhig, sicher; und jetzt? Mit einem Schlag stehen wir wieder an einer Kreuzung, sollen irgendwo hin gehen und dabei wissen wir mal wieder nicht in welche Richtung.
Wäre ja auch zu einfach, wenn das Leben mit einer Wegbeschreibung geliefert werden würde.

Einfach, ich liebe dieses Wort. Denn wenn ich jeden Weg bisher gegangen bin, dann jedenfalls nie den einfachen. Wobei, streng gesehen weiß ich ja auch nicht, ob andere Wege leichter gewesen wären oder nicht. Kann ja auch nur von dem Weg berichten, den ich gegangen bin.

Ich weiß ja was zu tun ist, nicht drüber nachdenken. Einfach machen, wenn ich das Bedürfnis habe etwas zu tun, dann tue ich es. Und wenn es danach scheiße ist, dann weiß ich aber, dass es nicht so toll ist. Und wenn es gut ist, dann freue ich mich, dass ich es riskiert habe.

Alles besser als hier zu stehen und in meiner Unsicherheit mir tausende „Was wäre wenn“ – Fragen zu stellen.

Doch was will ich eigentlich?

Ich will mal wieder alles, ich würde gerne nochmal das durchleben was ich damals hatte (nur halt besser). Und gleichzeitig will ich ja auch nicht wieder das gleiche durch machen. Ach is doch doof, was soll ich nur tun?

Hallo Leben, bist Du noch da?

Ich rede mir die ganze Zeit den Frust von der Seele und Du sagst mal wieder nichts. Ist doch immer so. Manchmal glaube ich, Du willst mich nur leiden sehen, um zu wissen wie viel ich noch ertragen kann. Ja, ich weiß, Du bist ja nicht gegen mich. Aber leicht machst Du es mir auch nicht.

Soll ich los lassen, es einfach vorbei ziehen lassen, zusehen wie etwas an mir vorbei zieht und mich vielleicht irgendwann fragen „Was wäre wenn ich mich damals einfach darauf eingelassen hätte, Gefühle zugelassen hätte, erlaubt hätte, dass es passieren darf?“?
Oder soll ich mich hinein stürzen, es ausleben, einfach mal wieder alles zulassen, den Schmerz, das Glück, die Emotionen, die alten Erinnerungen, mein altes Ich wieder aufblühen lassen, als eine neuere bessere Version meiner Selbst?

Liebes Leben, jetzt sag doch mal was.

Ich dreh noch durch, nie hätte ich erwarten mich an diesem Punkt mal wieder zu finden. Du bist auf jeden Fall immer wieder für eine Überraschung gut. Doch was ich jetzt tun werde… Gar nichts. Nein, ich werde nichts tun. Ich bin schließlich nicht alleine beteiligt in dieser Situation. Ich werde reagieren, auf die Dinge, die Du mir entgegen bringen wirst.

Wenn ich eines über Dich gelernt hab, mein Liebes Leben…

… Dann habe ich gelernt, dass Du eh immer Deinen Willen durchsetzen wirst. Also wenn Du schon nicht mit mir redest, dann warte ich eben darauf, dass Du mir wieder die nächste Situation in der Angelegenheit entgegen bringst und werde dann entsprechend reagieren.

Nein, ich werde nichts mehr erzwingen, nur weil ein paar alte Emotionen in mir hoch kochen, die Sentimentalität und die Sehnsucht mal wieder an die Tür klopft. Ich werde warten. Denn Geduld ist zwar nicht meine Stärke, aber meine Sicherheit.

Denn wenn Du mir eines gezeigt hast, Liebes Leben, dann dass Du manchmal die Dinge selbst für Dich regelst.

Weißt Du wer Du bist?

Stellen wir uns doch mal die Frage aller Fragen, und nein, ich bin kein Fan von Eventualitäten. Ich liebe Fakten und Verlässlichkeiten, dennoch bin ich nicht konservativ oder in einer strikten Einstellung festgesetzt. Ich bin impulsiv und unkontrolliert, obwohl ich es mag die Kontrolle zu haben. Ich hasse es jedoch kontrolliert zu werden, da ich sehr freilebig bin in meiner Grundstruktur. Witzig, dass ich die überhaupt habe, denn eigentlich hasse ich Strukturen, ich lebe lieber kreativ und uneingeschränkt.

So, für alle, die es noch nicht begriffen haben, worauf ich hinaus will, jeder von uns hat mehrere Teile seiner eigenen Persönlichkeit. Alles Teile, die ihn ausmachen, etwa wie ein Puzzle. Jeder Teil steht für ein eigenen Motiv, doch nur zusammen gelegt, alles an seiner rechtmäßigen Stelle, ergibt es das Gesamtbild.

Und manchmal widersprechen sich manche Teile halt, das eine ist blau, das andere schwarz, manche sind bunt. Ein Teil ist an einer Seite geöffnet, ein anderes ist an allen Seiten geöffnet und wieder ein anderes hat Zugänge, die zu anderen Teilen führen.

Man bedenke bitte an der Stelle, dass es bei keinem Puzzle der Welt ein Teil geben wird, welches von allem Seiten geschlossen ist. Denn sich ganz zu verschließen ist nie eine Option und erst Recht nicht das, was wir anstreben sollten. Bei einem Puzzle sind Randteile immer an einer Seite geschlossen, Eckteile an 2 Seiten. Das sind unsere Grenzen, von denen es auch gut ist, dass sie da sind. Aber dennoch sind unsere Grenzen nach Innen geöffnet, bzw verbunden.

Nun befinden wir uns ja alle in einer Situation, in der die Welt mal viel Zeit hat sich mit sich selbst zu beschäftigen. In China sollen ja Scheidungsanwälte zur Zeit mächtig zu tun haben… Da scheinen wohl einige zu merken, dass ihre tolle stillgelegte Beziehung doch nicht der Sonnenschein hinterm Regenbogen ist. Dinge, die einen vorher nicht gestört haben, da man ja nicht mal sich die Zeit genommen hat sie bewusst wahr zu nehmen, sind plötzlich ein riesen Problem.

Ja, genau darum geht es, die Nichtwahrnehmung der Gesellschaft ist ein entscheidendes Problem, mit dem sich niemand wirklich beschäftigt. Und ich weiß, ich lasse selten etwas Gutes über die heutige Gesellschaft verlauten, aber sind wir doch mal ehrlich; wäre die Gesellschaft ein Tier ginge es ihr besser. Denn ein Tier würde sich niemals selbst einschläfern.

Genau das ist mit uns nämlich passiert, wir sind wie eingeschläfert. Wir achten nicht auf alles was um uns geschieht, nehmen es fast gar nicht war. Dinge, die wir sonst wie selbstverständlich getan haben sind plötzlich so klar und bedeutungsvolle für uns, einfach, weil wir sie nicht mehr tun. Es ist als hätte jemand aus unserem Puzzle ein paar Teile rausgeholt, wir sind nicht mehr vollständig. Manche von uns waren das schon die ganze Zeit nicht, doch es ist ihnen einfach nicht aufgefallen, da sie zu wenig Zeit mit sich selbst verbracht haben.

Und jetzt gilt es einfach zu schauen, welcher Teil von uns fehlt, was genau uns dieses Gefühl gibt unvollständig zu sein. Und dann gilt es zu überlegen, wo wir diesen Teil verloren hatten und wie wir ihn zurück bekommen. Einmal zurück denken, an alles was passiert ist, was es mit uns gemacht hat und warum. Und wie wir all dem, was uns nicht gefällt entgegen wirken können.

Nehmt Euch die Zeit, nutzt sie für Euch und werdet wieder ihr selbst. Erkennt Euch selbst, mit allen Teilen, egal wie klein es auch sein mag. Manche Menschen sind einfach gestrickt, wie ein Puzzle mit 20 Teilen. Doch so viele von uns sind ein Puzzle mit über 1.000 Teilen, ein Meisterwerk, das jedoch nur eins ist, wenn alle Teile vorhanden sind. Findet Eure und werdet auf Eurem Weg in Eurem Leben bewusster und erkennt was Euch wichtig ist und was Euch wirklich ausmacht.

Werdet Euch bewusst, wer ihr wirklich seid.

Und würde jemand mal allen Psychologen da draußen sagen, dass man die Menschliche Persönlichkeit anhand eines Puzzles erklären und aufbauen kann, dann ginge es vielen Menschen sicher auch besser.