Nostalgie

Im Leben geht es darum zu wachsen und als Wesen sich stetig weiterzuentwickeln. Und mit dem Ausblick auf die Zukunft die Gegenwart voll auszuleben. Doch manchmal möchte man gerne zurück – nicht, weil das Jetzt so furchtbar ist, doch einfach um ein bestimmtes Gefühl nochmal zu haben. Einen glücklichen Moment nochmal erleben, für einen Abend nochmal unbeschwert zu sein, fernab der aktuellen Themen und Herausforderungen.

Die Vergangenheit sollte man immer abschließen um mit dem Fokus auf die neue Realität weiterzumachen. Doch das heißt noch lange nicht, dass man nicht manchmal gerne zurück würde. Nur für einen einzigen Moment. Denn manchmal muss man sich auch erinnern wie man dorthin kam, wo man heute ist. Eine Art eigene Zwangserkenntnis, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Nur weil man die Vergangenheit hinter sich gelassen hat, heißt es nicht, dass man ihr die Bedeutung nimmt.

Manche Momente gehen eben nie vorbei, denn Erinnerungen sind eine mächtige Kraftquelle. Sie erinnern uns warum wir weitermachen sollten, gleichzeitig können sie einem auch die Kraft geben zu kämpfen. Und ich glaube jeder hat diese eine Erinnerung, die diese Kraftquelle für einen ist. Denn gewisse Phasen wiederholen sich im Leben immer wieder – aus gutem Grund. Denn ich glaube, dass wir alle eine Art zeitlose Wohlfühlphase brauchen. Momente, die sich immer wiederholen, jedes Mal anders, doch in jeder Ära unseres Lebens begleiten sie uns. Und so verrückt es scheint, so tun sie uns gut und geben uns Kraft. Deshalb schaffen wir sie immer wieder.

Für mich ist dieser Moment ein Abend mit Freunden, eine gemütliche Runde verschiedener Menschen, die zusammen trinken und feiern, laut zur Musik mitsingen und einfach vollkommen verrückt und frei den Moment feiern – vollkommen egal, ob der Anlass positiv oder negativ ist, einfach frei und unbeschwert sein. Und die Welt vollkommen hinter sich lassen.

Und ich habe diesen Moment so oft erlebt in jeder Phase meines Lebens – immer mit anderen Menschen, an anderen Orten, doch immer der gleiche Rahmen. Und ich habe diesen Moment auch schon oft vollkommen alleine erlebt, gerade in Zeiten in denen mein Leben zwischen zwei Phasen ist. Die alte ist noch nicht vollständig vorüber und die neue hat noch nicht wirklich begonnen.

Doch gerade in den Zeiten, in denen unser persönlicher Wohlfühlmoment nicht existiert ist es die Erinnerung daran, die uns weitermachen lässt.

Denn wir haben doch immer unterbewusst die Gewissheit, dass diese Momente immer wieder kommen. Jedesmal neu, doch dennoch gleich. Andere Umstände, andere Orte, andere Menschen, doch die Emotion dabei wird jedes Mal aufs Neue die gleiche sein.

Und ich denke gerade wenn wir zwischen 2 Phasen im Leben stehen ist es wichtig sich zu erinnern – an das was war und das was wieder kommen soll. Denn die unbeschwerten Momente kommen wieder, wenn wir nur lernen die Kraft aus den vergangen zu ziehen um uns zu den neuen weiter nach vorne zu kämpfen.

Unsicherheit

Im Leben machen wir viele Herausforderungen durch, treffen unzählige Entscheidungen, oft unbewusst, doch jede Entscheidung hat Ihre Konsequenzen. Ich habe immer schon daran geglaubt, dass die Entscheidungen, die wir treffen, egal wie groß oder klein, eine mächtige Wirkung auf das Gesamte haben. Doch wie bewusst nehmen wir das tatsächlich wahr?

Eins sollte uns allen irgendwann im Leben klar sein – nicht alle Entscheidungen, die wir bei vollem Bewusstsein und gutüberlegt treffen, geben uns tatsächlich die volle Kontrolle. Denn oft versetzen uns auch die bestüberlegtesten Entscheidungen in Situationen, in denen wir uns vollkommen losgelöst jeder Kontrolle fühlen. Doch ist dies etwas schlechtes?

Macht ist nicht immer Kontrolle, manchmal ist der vollständige Kontrollverlust genau das, was uns die Macht gibt, etwas zu verändern.

Selbst musste ich schon oft lernen, dass man nicht jederzeit in der überlegenden Position sein kann und dies geht vielen so. Wie oft sind wir wirklich in der Lage „am längeren Hebel zu sitzen“? Ich denke die wahre Macht liegt daran, nicht die Ohnmacht im Kontrollverlust die Steuerung zu übernehmen, sondern viel mehr die Möglichkeiten anzunehmen, tatsächlich fundamental etwas zu verändern. Ich liebe es die Kontrolle zu haben, doch Kontrolle schränkt auch ein. Mit Kontrolle folgt immer auch Verantwortung und Verpflichtung und das kann schnell eigene Handlungen einschränken.

Die Ohnmacht im Kontrollverlust ist vollkommen normal, und auch wenn man sich selbst in diese Lage gebraucht hat, oder gerade wenn man selbst diese Situation geschaffen hat. Die Zweifel, wirklich das richtige getan zu haben, gepaart mit der Überzeugung auf dem richtigen Weg zu sein, auch wenn viele die eigenen Handlungen anzweifeln. Denn Menschen betrachten Risiken immer als Form von Bedrohung, einen Verlust, ein potentielles versagen. Dabei vergessen wir oft, dass Risiken auch Chancen mit sich bringen; etwas zu verändern, etwas zu entwickeln, sich selbst weiterzuentwickeln und viel positives zu bewirken.

Daher sind die Angst der Unwissenheit über eine unklare Zukunft, wie auch die Befürchtungen zu Versagen, vollständig normal und sollten keines Falls ignoriert werden. Doch es gibt zwei Perspektiven auf das Ganze: Man kann sich der Ohnmacht hingeben oder all dies als Antrieb nutzen und gestärkt den Weg weiter nach Vorne gehen. Bewusst, über die Risiken durch eben diese Unwissenheit und Angst, doch auch klar in der eigenen Überzeugung auf dem richtigen eigenen Weg zu sein. Denn wer keine Risiken eingeht, kann nicht voran kommen.

Und genau deshalb glaube ich nicht, dass Kontrollverlust gleich in Ohnmacht übergeht. Ich denke wirklich mächtig sind nur die, die auch für sich selbst und andere stark sein können, wenn sie eben nicht die Kontrolle besitzen. Denn wer es schafft, trotz Unsicherheit den eigenen Weg weiterzuverfolgen, der ist mächtiger als alle, die je die Kontrolle hatte.

Mitternacht

Die Uhr tickt, die Zeiger kommen sich immer näher. Und sobald sie für eine einzige Sekunde exakt am gleichen Punkt stehen ist alles vorbei. Es endet, etwas neues beginnt. Es ist nur eine Sekunde, doch es fühlt sich wie etwas ganz großes an.

Wünschen wir nicht alle, dass es im Leben öfter so wäre ? Ein Moment geht vorbei und ein neuer bricht an, je schneller desto besser, einfach nur alles neu.

Es gibt doch diese Aussagen von Leuten, die Dir immer predigen Zeit mit denen zu verbringen, die bei Dir sind, bevor es zu spät ist. Und wir alle interpretieren nie so viel in diese Aussagen hinein. Und wir alle zweifeln an, dass es stimmt. Haben wir nicht alle schon mal jemanden verloren und nichts bereut ?

Doch um kurz vor 12 ist die Luft immer dünner, die Sucht immer stärker, der Drang immer erdrückender.

Es gibt so wenige Menschen, die mich kennen. Es gibt viele, die meinen Namen kennen, es gibt noch mehr, die mein Aussehen, meine äußere Gestalt kennen. Doch wissen sie wer ich bin? Nicht im geringsten.

Ich habe es immer sehr privat gehalten, mein wahres Ich, ohne Fassade, ohne Zurückhaltung, ohne Zwänge, ohne Regeln, einfach unzensiert Ich. Und es gab immer eine handvoll und weniger Leute, die wussten wer diese Person ist.

Und ich schau in die Sterne, trinke noch einen letzten Schluck, spüre wie Dein Schmerz nach lässt, fühle wie Du gefühlt hast, doch Du bist nicht mehr hier.

Sie war ein gebrochenes Herz, eine zerstörte Seele, doch voller Liebe. Sie sah vom ersten Moment meinen Schmerz, sie sah alles was ich vor der Welt versteckte. Es gab nie eine Mauer, nie eine Show, nicht eine Lüge, die sie wahr nahm. Sie sah einfach mich und verstand was ich sagte, ohne es je auszusprechen.

Und es wird nie jemand die ganze Geschichte kennen, denn es gibt Geheimnisse, die zwischen 2 Menschen liegen, die für immer zwischen ihnen bleiben. Und es ist seltsam, hier zu sein ohne sie, als einziger, der weiß was passiert ist und was es mit uns gemacht hat.

Doch die Erinnerung ist ein mächtiger Verbündeter.

Das Wissen und die Erfahrung wird für immer bleiben, die ganzen Situationen, als es 5 vor 12 schlug und man zusammen einen aussichtslosen Kampf kämpfte aus dem nur einer zurück kehrte. Und nun ist es kurz nach Mitternacht, und vielleicht bin ich alleine, doch ich habe etwas was niemand anderes je haben wird – die Erinnerung wie es war als Du noch hier warst.

Jeder Moment hat seine Zeit, und unsere Momente haben schon lange geendet. Es ist nachts um 2 und ich habe beschlossen nicht mehr zu trauern, sondern für uns beide weiter zu machen, so wie wir es geplant haben. Und auch wenn ich Dich vermisse, bist Du doch nie ganz weg.

Denn es gibt Verbindungen zwischen 2 Menschen, die auch der Tod niemals vollständig trennen kann.

Glaube

Habt ihr je mit vollem Herzen und voller Überzeuge einer Sache vertraut, obwohl es keine Beweise dafür gab? Keine Sorge, hier geht es nicht um Religion. Es ist eher das genaue Gegenteil und doch fast das gleiche. Es ist die Überzeugung, der unerschütterliche Gedanke daran, dass etwas geschehen wird oder aber die Klarheit über eine Wahrheit, von der wir nicht mal wissen ob sie stimmt.

Es ist falsch, doch es fühlt sich so richtig an.

Diesen Gedanken kennen wir doch alle, oder? In dem Moment in dem etwas unseren Verstand übersteigt und wir uns trotz all dem sicher sind. Das ist Glaube, das Vertrauen in etwas für das es absolut keine Beweise gibt – und doch sind wir vollkommen sicher.

Religion ist in etwa das gleiche, jedoch ist das nicht unser Thema. Ich rede von dem Gefühl der Überzeugung, das Gefühl, dass einem die Kraft gibt weiter zu machen, obwohl man keinen Grund dafür sieht. Und auch wenn es genügend Gründe zum Zweifeln gibt – man gibt einfach nicht auf. Und das meine Lieben ist Hoffnung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wenn man sich einmal wirklich mit diesem Satz beschäftigt, dann wird schnell klar, dass es dabei um etwas noch viel tieferes geht. Denn nicht die Hoffnung stirbt zuletzt – es ist die Überzeugung an ein Geschehnis, welches wir uns so tief wünschen, dass wir fernab aller Fakten an diesem einen Gedanken festhalten. Und das mit aller Kraft, die wir nur haben und von der wir nicht mal wussten, dass wir sie in uns tragen.

Also wenn ich in diesem Thema eines gelernt habe, dann dass die wahre Stärke eines Menschen sich erst offenbart, wenn er unerschütterlich an etwas glaubt. Denn dann gibt es nichts, was einen davon abhalten könnte dieses Ziel zu verfolgen.

Es stimmt was die Leute sagen, man sollte niemals jemandem seine Hoffnung nehmen, nicht, weil es das letzte sein könnte was die Person hat, sondern weil sobald man erfolgreich ist, den Glauben der Person bis ins Mark erschüttern kann. Und so entstehen die vielen Zweifler und Menschen, die sich alles kaputt denken. Und es gibt nichts, was diese Narben je heilen könnte.

Also selbst wenn es hart wird, lasst Euch niemals nehmen woran ihr glaubt, denn solange ihr daran glaubt, egal wie unmöglich es scheint und andere es Euch einreden, seid ihr in der Lage ihnen allen zu beweisen, dass sie falsch liegen.

Denn auch hier zählt – nur wer aufgibt, hat wirklich verloren. Und wenn ihr wirklich an etwas glaubt, dann gibt es niemanden, der Euch aufhalten kann.

Zahltag

Das Leben ist unfair, ungerecht und oft genug erfahren wir Enttäuschung, Schmerz, Verlust und Rückschläge. Wenn man sich so damit beschäftigt gibt es sehr viele Menschen, die Dir genau das in vieler Hinsicht bestätigen werden.

Wenn man gefragt wird wie es einem geht, antworten die einen „Gut“ und die anderen fangen an Ihre Sorgen zu klagen. Letztendlich bedeutet beides jedoch das Gleiche: Denn irgendwas läuft immer schief.

Vielleicht ist es auch genau das was uns am Leben hält, wenn alles immer rund laufen würde, würden wir dann überhaupt noch wirklich leben ?

Doch sehen wir es mal aus einer anderen Perspektive – im Leben gibt es nichts geschenkt. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt ist kein einfaches Sprichwort. Alles hat im Leben seinen Preis, und wir entscheiden uns bewusst, oft auch unbewusst, ob wir diesen Preis bezahlen oder nicht.

Es ist alles immer unsere Entscheidung, nichts was geschieht war je gegen unseren Willen.

Wenn man diesen Grundsatz einmal versteht, versteht, dass wir alles was uns passiert unbewusst selbst beeinflussen, bestimmte Situationen anziehen, sogar schaffen, dann ist all das negative was geschieht, gar nicht mehr so frustrierend.

Also nehmen wir doch mal den Frust über all die negativen Ereignisse und sehen uns doch mal an, welche Positive Auswirkungen sie haben. Denn der universelle Grundsatz ist immer noch, dass sich alles stetig die Waage hält. Also kehrt sich zwar alles positive ins negative um, doch andersherum kehrt sich alles negative auch in positives um.

Wenn wir Anfangen bewusster zu Entscheiden, zu hinterfragen, übernehmen wir die Kontrolle über diesen Kreislauf.

Wenn wir in unserer Entscheidung gehemmt sind, diese nicht treffen wollen, aus Verlustangst heraus nicht bereit dazu sind etwas aufzugeben, dann kann auch nichts Neues entstehen.

Wenn wir an altem Schmerz fest halten, dann sind wir nicht offen für wundervolle neue Dinge. Doch in dem Moment in dem wir uns entscheiden die Altlasten los zu lassen, zu vergeben, sind wir offen für positive neue Erfahrungen. Und nur dann können diese auch eintreten.

Es ist immer wichtig zu verstehen, was wie viel kostet und dann bewusst zu entscheiden ob wir diesen Preis bezahlen oder nicht. Denn wenn diese Entscheidungen unbewusst getroffen werden, sind wir offen für Manipulation von Außen.

Oft muss man gute Dinge aufgeben, um etwas besseres zu erhalten.

Nehmen wir ein simples Beispiel – Du kannst so viele tolle Klamotten kaufen wie Du möchtest, doch irgendwann wird in Deinem Schrank kein Platz mehr sein. Also muss man erst ein paar entsorgen, damit Platz für Neues ist.

Jetzt sagen wir mal nicht alle Klamotten sind gleich groß, wir verändern uns ja auch, vielleicht passt Du heute schon gar nicht mehr in die Kleider von vor 3 Jahren hinein. Auch wenn sie Dir gut gefallen und Du sie als Erinnerung gerne behalten möchtest, so nehmen sie doch weiterhin fast unnötig Platz im Schrank weg.

Denn die Zeit in der wir diese Kleider getragen haben ist vorbei. Und auch wenn sie uns sehr gut gefallen haben, so wird es Zeit sie herzugeben.

Wendet man dies auf alles im Leben an, so lebt man sehr viel leichter.

Denn gibt man etwas her, bekommt man auch immer etwas zurück. Und manchmal schadet es auch nicht ein wenig Platz im Schrank zu lassen.

So ist man stets offen für unvorhergesehene Überraschungen.

Gemeinsam Allein

Kennt ihr diese Momente in denen man am liebsten einfach nur weg laufen würde? Als wäre die eine Hälfte der Welt gegen Dich und die andere würde Dich nicht verstehen. Wir alle haben unsere Probleme und Schwierigkeiten mit verschiedenen Situationen im Leben, durch die wir leider alleine durch müssen. Denn es ist unser Thema; doch sind wir dabei wirklich alleine?

Das schwierigste ist denke ich, dass wenn man zu viele Dinge im Leben selbst gemeistert hat, es nicht leicht ist sich plötzlich selbst mal in die helfenden Hände anderer zu begeben. Vor allem wenn man weiß, dass einem niemand die Problematik abnehmen kann. Doch manchmal geht es nicht darum, dass uns jemand rettet, manchmal ist es einfach nur gut zu wissen, dass man eben nicht alleine ist. Doch nicht jeder wird Dich verstehen, nicht jeder wird Dich unterstützen, nicht jeder wird nachempfinden können was wirklich in Dir vorgeht – und das ist ok.

In erster Linie müssen wir in diesen Situationen lernen uns gegenseitig zu respektieren.

Nicht jeder fühlt was wir fühlen, nicht jeder hat den gleichen Weg und die gleichen Erfahrungen, doch wir sind immer noch gemeinsam auf dieser Welt und sollten wohl lernen uns gegenseitig zu unterstützen; und auch zuzulassen, dass uns andere unterstützen.

Doch wie lerne ich Unterstützung anzunehmen, wenn ich nicht mit ihr umgehen kann?

Genau diese Frage ist die, die man sich stellt, wenn man nicht weiß, wie man anderen seine Probleme kommunizieren soll. Dabei wäre die viel bessere Frage, wie lerne ich mit Unterstützung umzugehen, unabhängig ob ich sie mir hole oder sie mir angeboten wird.

Wie viele Menschen wurden schon in so vielen Situationen alleine gelassen oder gar noch zusätzlich verurteilt oder verletzt. Gerade die stetige Erwartungshaltung der Gesellschaft, man muss ja funktionieren, macht es uns so schwer „schwach“ zu sein.

Dabei ist Gefühle zuzulassen und sich selbst Schwäche zuzugestehen etwas, das von Stärke zeugt.

Denn es bedeutet, dass man sich in einer Welt voller Masken dazu entscheidet man selbst zu sein. Und es ist ok, dass wir nicht immer alle auf der Höhe sind. Wir erleben so viel, und es wird immer Leute geben, die uns brauchen, doch das heißt nicht, dass wir nicht auch jemanden brauchen dürfen.

Niemand kann uns zwar unsere Lasten und Themen abnehmen, doch wir müssen nicht alles alleine bewältigen. Am Ende kämpft jeder von uns seinen eigenen Kampf, doch ich finde wir alle sollten uns ruhig ein paar Verbündete zu gestehen. Denn jeder von uns muss durch irgendwas durch gehen, zu jeder Zeit, und auch wenn andere etwas anderes durchleben als Du, so ist doch niemand allein.

Wir müssen nur lernen uns mehr aufeinander einzulassen, zulassen, dass wir für einander da sind. Denn niemand ist je wirklich alleine, es wird immer Menschen geben, die Dich auffangen und verstehen werden, Du musst nur gewillt sein, sie zu sehen und sie anzunehmen.

… und Vertrauen, dass es richtig und sogar wichtig ist, nicht alles mit sich alleine auszumachen.

Bad Boy

Es gibt Dinge über die man nicht sprechen sollte, Dinge die besser ungesagt bleiben, doch meist sind es genau diese Dinge über die man unbedingt reden sollte.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es vollkommen egal ist wie gut Du bist, für irgendjemanden auf dieser Welt wirst Du immer ein Arschloch sein – und ich kann Euch sagen es stimmt. Oft sind es nicht mal bewusste Dinge, die wir tun und damit andere verletzen, enttäuschen, schockieren oder gar abstoßen. Es ist meist eher subtil. Doch wie man immer so schön sagt, man kann es auch nicht allen recht machen.

Wenn ich so überlege, gibt es bestimmt viel was andere über mich erzählen könnten, und je nachdem wen man fragt, hört man ganz unterschiedliche Beschreibungen. Wenn 2 Menschen sich treffen, die mich aus unterschiedlichen Teilen meines Lebens kennen, so sind sie meist erst verwundert, dass sie die gleiche Person kennen, denn die verschiedenen Seiten von mir die sie kennen, unterscheiden sich extrem.

Es gibt auf der einen Seite Menschen, die mich als mitfühlend, unterstützend, leidenschaftlich und hingebungsvoll kennen, dann gibt es Menschen die mich als Person der Öffentlichkeit kennen, jemand der viel unter Leute ist, charismatisch, charmant, wortgewand. Und dann gibt es die Leute, die mich als gnadenlos und gefühlskalt kennen, knallhart und manipulativ, intrigant und dominant.

Merkt ihr selbst, dass das alles komplett verschiedene Persönlichkeiten sind.

Doch alles hat seinen Grund und Ursprung. Ich habe gelernt Eiskalt zu sein, weil ich zu viel Gefühl gegeben habe, ich habe gelernt dominant und bestimmend zu sein, weil ich schwach und hilflos war, und ich lernte andere Menschen zu manipulieren, um zu verhindern, dass sie es umgekehrt tun.

Doch ich kann heute anderen helfen klar zu sehen, weil ich erkennen kann, dass sie manipuliert wurden, und kann helfen zu verhindern, dass ihnen das nochmal passiert, indem ich ihnen zeige wie sie manipuliert wurden. Ich kann anderen helfen sich aus ihrer Unterdrückung zu befreien, weil ich den gleichen Weg selbst hinter mir habe. Und ich habe gelernt auch die zu verstehen, die rücksichtslos andere Menschen behandeln, weil ich weiß, dass auch das immer einen Grund hat.

Ich habe gelernt, dass es für alles einen Grund gibt und man hinter die Fassade schauen sollte bevor man sich eine Meinung bildet.

Wir alle machen Fehler, ob wir wollen oder nicht. Und wenn ich darüber nachdenke, dann gibt es vieles was ich bereuen sollte. Doch ich tue es nicht, denn all diese Fehler haben mich Lektionen gelehrt, die mir helfen heute anders zu handeln und auch mir die Möglichkeit geben anderen zu helfen.

Das witzige ist, obwohl viele Leute einen verurteilen für die Fehler und Schandtaten die man begeht, so hat diese Welt doch eine extreme Faszination für „die bösen Jungs“. Und ihr wärt schockiert wie viele Leute mich auch schon buchstäblich angebettelt haben sie zu dominieren, zu unterwerfen und zu erniedrigen.

Es ist wie ich gesagt habe, die Menschen werden Dich immer entweder lieben, hassen oder nicht beachten, und zwar egal was Du tust. Deshalb macht Euch keine Gedanken über Eure Fehler, denn die Leute die Euch verurteilen machen schließlich auch ihre eigenen.

Und auch wenn man heute vieles anders machen würde, wenn man damals in der Situation glücklich und überzeugt war, dass man für sich selbst die richtige Entscheidung trifft, dann ist das ok.

Fehler zu begehen ist menschlich, denn Fehler machen wir alle; was zählt ist, was wir aus unseren Fehler machen.

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Foto: Niels Brähler

Verzweiflung der Einsamkeit

Viele Menschen kämpfen um die Selbstständigkeit, um den eigenen Erfolg, um die eigene Stärke, um die Stärkung des Selbstbewusstseins und darum unabhängig zu sein. Wir kennen viele Geschichten dieser Art. Doch was wird eigentlich aus denen, die es geschafft haben?

Man stellt sich immer so schön vor, wie man stark und unabhängig im Leben steht und von nichts und niemandem mehr Abhängig ist. Doch auch jeder Erfolg hat seine Schattenseiten.

In einem Film würde man dies hier eine Geschichte nach wahren Begebenheiten nennen, denn so ist es auch. Es ist ein Teil meiner eigenen Geschichte und ihr werdet bald verstehen, warum ich sie Euch nun hier erzähle.

Denn wie jeder andere Mensch habe auch ich zu kämpfen gehabt, kämpfe immer noch. Verlassen, belogen, verraten und betrogen – doch wir wollen nicht darüber sprechen, was alles passiert ist. Ich möchte Euch stattdessen die Geschichte nach all dem berichten.

Es ist nie leicht mit offenen Wunden aus einem Meer aus Scherben aufzustehen, mit Blut aus Schmerz und Verzweiflung aus dem Nichts etwas aufzubauen. Doch ich denke nur die, die sich einmal selbst verloren haben, wissen, wer sie wirklich sind. Denn erst wenn Du Dich selbst verlierst, dann weißt Du, wer Du einmal warst, was Du einmal warst.

Und klar, Du weißt plötzlich, dass Du genau das nun nie wieder sein willst; man hat Dir genommen was Du bist, also wirst Du zu etwas, was Dir niemand mehr nehmen kann.

Doch tief im Inneren, ob man will oder nicht, da bleibt man immer die ein und selbe Person. Man verpasst ihr vielleicht mal ein Update, doch niemand von uns kann verändert wer man ist. Und es braucht wohl Jahre um das zu sehen. Denn glaubt mir, wenn ich sage, ich bin so vieles gewesen, doch es kam jedes Mal dieses Gefühl der Leere, diese Sehnsucht nach etwas, was einem fehlt.

Die natürliche Reaktion der Menschen hierauf ist wohl im Außen etwas zu suchen was einem fehlt, denn man hat es ja verloren. Es war wohl mal da, doch es ist weg.

Doch ich sage Euch, diese Suche wird nie ein Ende nehmen. Man findet zwar immer was man sucht, doch es ist nicht immer das, was man ursprünglich angenommen hat. Denn oft, ist das was man findet, nur die Erkenntnis, dass alles ganz anders ist, als gedacht.

Und so fand ich diesen Teil, der mir solange gefehlt hat, nach einiger Zeit in mir selbst. Denn was gefehlt hat war nicht etwas, was nicht mehr da war; es war dieser Teil in mir, der immer noch wie früher war. Und die Gewalt dieses Teils hat die Kraft all die anderen Seiten von mir, welche sich über die Jahre geformt haben, mit einem Schlag in die Ecke zu drängen. Denn dies alles war letztlich nur Kompensation, keine Realität meines Selbst.

Es war die Kompensation für etwas, was ich selbst abgestoßen hatte, aus Verzweiflung meines Schmerzes.

Also solltest Du je das Gefühl haben Dich selbst zu verlieren, denke an meine Worte, niemand kann Dir nehmen was Du bist. Du wirst es immer sein, Du kannst es unterdrücken aus Angst vor dem Schmerz und der Enttäuschungen, die Du erlebt hast. Doch es wird immer in Dir sein, und es wird sich seinen Weg in den Mittelpunkt Deines Seins zurück erkämpfen.

Also vergiss nie, niemand kann sich selbst verlieren. Du verlierst höchstens vorübergehend den Mut, Du selbst zu sein, weil es die Menschen und die Gesellschaft um Dich herum ablehnt. Doch Du bleibst für immer Du. Also bleib stark und lass nicht zu, dass Deine Angst vor Verletzung und Zurückweisung Dein inneres Selbst unterdrückt.

Denn Du brauchst Dich selbst mehr als irgendwas anderes im Außen.

Neophobie

Kennst Du dieses Gefühl von Freude und Panik, eine Mischung aus positiver und negativer Aufregung, eine Angst, die Dich nicht wirklich fürchtet, sondern eher zweifeln lässt, ob Du auch wirklich die richtigen Entscheidungen getroffen hast? Es ist mehr ein Gedanke als ein Gefühl, es ist eine Art der Anspannung, und Du weißt nicht, ob es gut oder schlecht ist.

Wir fürchten uns alle, sehr oft sogar. Wir haben gelernt es gut zu verbergen, uns selbst den Rücken zu stärken, doch in uns wird es immer bleiben. Wir sind von klein auf erzogen worden immer suspekt allem gegenüber zu treten, was und wen wir nicht kennen. Ein Angstzustand, der sich im Laufe der menschlichen Evolution entwickelt hat, der uns antrainiert wurde.

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.

Sprichwort

Ja, wir alle haben Angst vor dem Ungewissen, vor der neuen Umgebung in die wir gehen, unbekannte Menschen, die wir treffen, der neue Job, den wir beginnen; alles was wir nicht kennen verunsichert uns, je größer das Unbekannte, desto mächtiger die Unsicherheit, die Zweifel, die Anspannung, die Nervosität.

Doch die Angst vor dem Unbekannten ist kein Urinstinkt, im Gegensatz zu anderen Ängsten, welche wir in uns tragen. Diese Angst wurde uns beigebracht, von klein auf. „Geh nicht mit den Fremden Leuten mit, sprich nicht mit Fremden, sei vorsichtig, wenn Du an einem Ort noch nicht warst,…“ – The List goes on.

Allerdings ist diese Form von Angst nur eine Information, ein Kick im Unterbewusstsein, der unsere Wahrnehmung verstärkt. Sie lässt uns mehr auf unsere Umgebung achten, die neuen Menschen um uns herum, die neuen Herausforderungen und Erlebnisse. Und die Zweifel, die mit einhergehen, die lassen uns lediglich am Ende eines Abschnitts die positiven Erlebnisse verstärkt wahrnehmen.

Alles, das endet, hat seinen Grund. Und während die Angst vor dem Ungewissen uns verstärkt die neuen Erlebnisse wahrnehmen lässt, so verstärkt der Zweifel am Ende des Alten die Positiven Erinnerungen an das, was war, damit wir primär die schönen Erinnerung im Gedächtnis behalten.

Darum ist es ok, dass die Angst vor dem Neuen da ist, es ist ok, dass die Zweifel an der Entscheidung für das Neue da sind. Doch lass Dich davon nie kontrollieren, nehme die Information und die Emotion an, lass die Gedanken ruhig da sein, doch lass Dich niemals davon von Deinem Weg abbringen.

Du gehst diesen neuen Weg, weil er richtig ist. Denn alles was uns widerfährt, passiert genau zur richtigen Zeit. Und wir gehen immer genau den Weg, der genau jetzt, für genau uns richtig ist.