Unsicherheit

Im Leben machen wir viele Herausforderungen durch, treffen unzählige Entscheidungen, oft unbewusst, doch jede Entscheidung hat Ihre Konsequenzen. Ich habe immer schon daran geglaubt, dass die Entscheidungen, die wir treffen, egal wie groß oder klein, eine mächtige Wirkung auf das Gesamte haben. Doch wie bewusst nehmen wir das tatsächlich wahr?

Eins sollte uns allen irgendwann im Leben klar sein – nicht alle Entscheidungen, die wir bei vollem Bewusstsein und gutüberlegt treffen, geben uns tatsächlich die volle Kontrolle. Denn oft versetzen uns auch die bestüberlegtesten Entscheidungen in Situationen, in denen wir uns vollkommen losgelöst jeder Kontrolle fühlen. Doch ist dies etwas schlechtes?

Macht ist nicht immer Kontrolle, manchmal ist der vollständige Kontrollverlust genau das, was uns die Macht gibt, etwas zu verändern.

Selbst musste ich schon oft lernen, dass man nicht jederzeit in der überlegenden Position sein kann und dies geht vielen so. Wie oft sind wir wirklich in der Lage „am längeren Hebel zu sitzen“? Ich denke die wahre Macht liegt daran, nicht die Ohnmacht im Kontrollverlust die Steuerung zu übernehmen, sondern viel mehr die Möglichkeiten anzunehmen, tatsächlich fundamental etwas zu verändern. Ich liebe es die Kontrolle zu haben, doch Kontrolle schränkt auch ein. Mit Kontrolle folgt immer auch Verantwortung und Verpflichtung und das kann schnell eigene Handlungen einschränken.

Die Ohnmacht im Kontrollverlust ist vollkommen normal, und auch wenn man sich selbst in diese Lage gebraucht hat, oder gerade wenn man selbst diese Situation geschaffen hat. Die Zweifel, wirklich das richtige getan zu haben, gepaart mit der Überzeugung auf dem richtigen Weg zu sein, auch wenn viele die eigenen Handlungen anzweifeln. Denn Menschen betrachten Risiken immer als Form von Bedrohung, einen Verlust, ein potentielles versagen. Dabei vergessen wir oft, dass Risiken auch Chancen mit sich bringen; etwas zu verändern, etwas zu entwickeln, sich selbst weiterzuentwickeln und viel positives zu bewirken.

Daher sind die Angst der Unwissenheit über eine unklare Zukunft, wie auch die Befürchtungen zu Versagen, vollständig normal und sollten keines Falls ignoriert werden. Doch es gibt zwei Perspektiven auf das Ganze: Man kann sich der Ohnmacht hingeben oder all dies als Antrieb nutzen und gestärkt den Weg weiter nach Vorne gehen. Bewusst, über die Risiken durch eben diese Unwissenheit und Angst, doch auch klar in der eigenen Überzeugung auf dem richtigen eigenen Weg zu sein. Denn wer keine Risiken eingeht, kann nicht voran kommen.

Und genau deshalb glaube ich nicht, dass Kontrollverlust gleich in Ohnmacht übergeht. Ich denke wirklich mächtig sind nur die, die auch für sich selbst und andere stark sein können, wenn sie eben nicht die Kontrolle besitzen. Denn wer es schafft, trotz Unsicherheit den eigenen Weg weiterzuverfolgen, der ist mächtiger als alle, die je die Kontrolle hatte.

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